Onboarding

Helgoland 🇩🇪

„Am achten Tag schuf Gott das Boot.“ Dies soll offenbar auf dem Schild über einer Werft stehen, die unter anderem auch Helgoländer Börteboote fertigt: Aus massivem Eichenholz, 10 Meter lang, 3 Meter breit, 8 Tonnen schwer – und natürlich hochseetüchtig!

Börteboote gibt es seit 1826. Sie brachten die Gäste der Seebäderschiffe an Land, da Helgoland damals noch keine Landungsbrücken hatte. Inzwischen legen die Helgolandschiffe natürlich im Hafen an, doch zu speziellen Gelegenheiten und bei ankernden Kreuzfahrtschiffen, werden die Schiffsgäste auch heute noch mit Börtebooten ausgebootet. Meist werden diese jedoch heutzutage für Rundfahrten um die Insel eingesetzt. Für uns war schnell klar, dass wir eine solche machen wollten. Und als wir dann sahen, dass es auch Angebote für Börtebootfahrten zum Sonnenuntergang gibt, mussten wir nicht lange überlegen und buchten eine solche Tour. Nachdem das Wetter gestern tagsüber eher kühl und etwas regnerisch war, zeigte sich der Abend glücklicherweise wieder klar, als wir an Bord des Börtebootes „Uranus“ kletterten. Zuerst zogen wir Schleifen durch die Helgoländer Häfen. Den Südhafen kannten wir schon, da wir hier mit unserer Katamaran-Fähre „Halunder Jet“ angekommen waren. Doch die Farben der bunten Hummerbuden waren im Abendlicht besonders schön.

Der Nordosthafen wurde früher militärisch genutzt. Heute hat es hier Liegeplätze für Segelyachten.

Auch das Versorgungsschiff legt hier an. Mehrmals pro Woche bringt dieses alle grossen Güter nach Helgoland und befreit die Insel auf der Rückfahrt vom angesammelten Müll.

Und last but not least liegt hier auch der Rettungskreuzer der Seenotretter 24 Stunden pro Tag einsatzbereit.

Danach schipperte unser Börteboot rüber auf die Insel Düne, wo wir von weitem sehen konnten, wie sich sowohl die Seehunde als auch die Kormorane zur Nachtruhe sammelten.

Dann setzten wir die Rundfahrt fort, und es war total schön, die Insel mit ihren steilen Klippen auch mal von der Meerseite aus zu sehen. Das Licht wurde milder und liess die roten Sandsteinwände leuchten.

Es war ein atemberaubender Sonnenuntergang und ein wunderschöner Höhepunkt unseres Aufenthaltes auf Helgoland.

Zufrieden gingen wir um 22 Uhr von Bord des Börtebootes – und von da direkt ins Bett.

Nur gerade 12 Stunden später fanden wir uns allerdings bereits wieder an Bord eines anderen Schiffes ein, doch dieses war kein Börteboot, sondern ein ganz anderes Kaliber. Wir hatten ihn ja am Vorabend auf unserer Rundfahrt schon gesehen, den  Rettungskreuzer „Hermann Marwede“ – Flaggschiff der Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Heute begnügten wir uns aber nicht damit, den Kreuzer von aussen zu betrachten sondern wollten es genauer wissen und nahmen an einer Führung teil.

Ich hatte im Vorfeld unserer Reise angefragt, ob eine Besichtigung möglich sei, weil ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, den grössten aller Rettungskreuzer der DGzRS in seinem Heimathafen Helgoland in Augenschein zu nehmen, wenn ich schon hierher reise. Bei meinem ersten Ostseeaufenthalt in Travemünde fiel der Blick aus dem Hotelzimmer direkt auf die Trave und den dortigen Standort eines DGzRS-Rettungsbootes. Nicht selten sah man dieses zu einem Einsatz lospreschen, und ich entwickelte eine riesige Hochachtung vor diesen Seenotrettern. Ich wurde Spenderin, folge ihnen auf Instagram und freute mich natürlich über die kürzlich ausgestrahlte 1. Staffel der 10-teiligen Dokuserie „Die Seenotretter“

Es war mir deshalb eine besondere Freude, meinen Fuss an Bord der „Hermann Marwede“ zu setzen und spannende Informationen über Crew, Maschinen und Abläufe zu erhalten. Christine, welche bisher kein besonderes Interesse für die Seenotretter hatte, aber natürlich mit „musste“, fand es ebenfalls sehr spannend. Dennoch lasse ich hier im Blog nun einfach Bilder sprechen und mute meiner Leserschaft nicht mein ganzes neu erworbenes Seenotretterwissen zu ;-)

Doch eines kann ich mir nicht verkneifen und zwar einen Spendenaufruf: Die DGzRS ist zu 100% spendenfinanziert und hat auch ein entsprechendes Konto in der Schweiz:

Stiftung DGzRS Schweiz
PostFinance AG
IBAN: CH79 0900 0000 8550 5818 6
BIC: POFICHBEXXX

Doch damit noch nicht genug geboardet – Am späten Nachmitag bestiegen wir die Fähre Halunder Jet und winkten Helgoland Good Bye. Über Cuxhaven und Brunsbüttel gehts nun ca. 130 km die Elbe hoch nach Hamburg, wo wir den 2. Teil unserer Ferienwoche verbringen – und natürlich weiterbloggen – werden.

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2 thoughts on “Onboarding

  1. Hach, Boote und Bilder zum Verlieben und dass die Tour auf dem Seenotrettungsboot geklappt hat ist rekord-super (schön, ihr beide im passenden Streifen-Shirt).

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