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Luang Prabang 🇱🇦
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Die Tage fliessen im Moment so träge dahin, wie der Mekong, was vermutlich mit dem laotischen Alltagstempo zu tun hat, für das wohl gemächlichgemütlich das richtige Wort ist. Man entschleunigt hier sofort, und auch die Zeit scheint irgendwie langsamer zu ticken als sonstwo. Unser gestriges Abendessen auf dem Nachtmarkt mit seinen riesigen Foodständen war etwas chaotisch aber wir haben absolut köstlich gegessen. Laos ist sowieso ein kulinarisches Paradies, insbesondere auch für mich als Vegetarierin. Ähnlich wie in Japan kennt man hier eine Menge verschiedener Tofuarten und -zubereitungen, und die Vielfalt an frischen Kräutern, die in allen Gerichten drin sind, ist unbeschreiblich! Fährt man durch die Gegend, sieht man denn auch überall Gemüse- und Salatfelder in jeder Grösse, die einen herrlichen Kräuterduft verbreiten.

Die Tempel hier sind meist zugleich Klosterschulen, und das Alltagsleben der Novizen findet dort recht öffentlich statt; man sieht sie im Freien kochen, essen oder Wäsche waschen, und fast in jeder Tempelanlage hängen denn auch irgendwo einige orangen Roben zum Trocknen über einer Mauer oder auf einem Bambusstab. Wenn zwischen 17 und 18 Uhr die Sonne untergeht, kommen die Mönche in den Klöstern zusammen um zu Chanten (Gebete singen). Das ist dann in der ganzen Umgebung eines Tempels zu hören und fliesst vom Ohr direkt ins Herz.





Frühmorgens ist es recht kühl hier, und auf unserer Frühstücksterrasse steigt der Nebel vom Fluss her auf. Dann stellen sie unter jeden Tisch einen Blumentopf mit glühender Holzkohle drin; von unten wärmt dann dieser Topf, von oben der Kaffe – herrlich :-)))

Luang Prabang ist einer der Orte, die von Rucksacktouristen aus aller Welt bereist werden, die oft mit der Absicht unterwegs sind, Dinge zu tun, die sonst möglichst noch niemand getan hat. Da diese Dinge aber in der Regel der Reisebibel des Individualtouristen, dem „Lonely Planet“ entstammen, der eine Millionenauflage hat, ist es kein Wunder, dass unzählige andere Reisende dann eben genau dasselbe tun, wodurch diese Attraktionen erstens häufig überlaufen sind und zweitens natürlich auch nicht ganz so einzigartig. Und genau deshalb gibt es an diesen Destinationen immer wieder clevere Einheimische, die neue Dinge erfinden, die man den Touristen anbieten kann. Interessant ist es zu sehen, wie sich die Art solcher Angebote über die Jahre hinweg völlig verändert. Von zunächst ziemlich simplen Dingen, wie z.B. einer Wanderung mit Bademöglichkeit an einem idyllischen Wasserfall wurden die Ausflugsmöglichkeiten im Laufe der Zeit immer ausgefallener und spassbetonter. Einen Gipfel an touristischem Hedonismus wurde wohl in den letzten Jahren südlich von hier in Vang Vieng erreicht, wo der Spass darin bestanden hat, sich in alten LKW-Reifen laotischgemächlich den Fluss hinunter treiben zu lassen und sich dabei dermassen zu besaufen und mit anderen Drogen zuzudröhnen, dass Todesfälle bald keine Ausnahme mehr waren. Die örtlichen Bauern bestellten bald einmal ihre Felder nicht mehr, weil mit den Verkauf von Alkohol viel mehr Geld zu machen war, worauf die laotische Regierung dem Ganzen letztes Jahr ein Ende gesetzt hat. Vang Vieng setzt nun auf eine neue Art von touristischen Angeboten, denen man auch hier in Luang Prabang bei jedem Veranstalter begegnet: Die Touristen suchen jetzt neuerdings nämlich Sinn statt nur Spass. Ein erster Schritt in diese Richtung waren z.B. Kochkurse inkl. Einkauf mit lokalem Guide auf dem Markt. Inzwischen boomen vor allem Angebote, die sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltig sein sollen. Da gibt es draussen in den kleinen Dörfern z.B. Seminare im Reis pflanzen oder einwöchige Kurse zum Mahout, also zum Elefantenführer. Wie nachhaltig das Ganze dann tatsächlich ist, sei mal dahin gestellt, aber besser als die Sauf-Flusstouren wird es hoffentlich sowohl für die Anbieter als auch für die Touristen sein – auch wenn es diesen wohl auch hierbei oft vor allem darum geht, zuhause erzählen zu können, dass sie auf der Reise etwas gemacht haben, das sonst wahrscheinlich noch nie jemand getan hat… Auch wir haben heute einen Ausflug gemacht, und zwar ganz altmodisch eine Wanderung mit Bademöglichkeit an einem idyllischen Wasserfall. Und weil diese Tour zum Kuang Si Wasserfall eben nicht wirklich einzigartig und deshalb ziemlich überlaufen ist, besteht der Trick darin, möglichst früh am Morgen zu gehen. So haben wir dort in der ersten Stunde unseres Aufenthaltes keine Menschenseele gesehen, und ich hatte den wohl schönsten Natur-Badepool der Welt ganz für mich alleine (dem Italiener war das Wasser irgendwie einfach zu nass ;-))) Dieses erfrischende Bad im türkisfarbenen Becken war ein echtes Highlight! Und so waren wir dann auch schon fast wieder auf dem Heimweg, bis irgendwann auch die ausgeschlafenen Rucksacktouristen und carweise Chinesen ankamen. Für diese stellen individuelle Reiseerlebnisse offenbar sowieso kein besonders grosser Wert dar und Entdeckungen, für die man sich bewegen muss, anscheindend auch nicht. So liessen sich die Pauschalreisechinesen lieber direkt auf den Parkplatz beim Wasserfall chauffieren, torkelten schnell auf Plateausohlen in Einerkolonne dem Reiseleiter vor die Kamera für ein Bild vor der pittoresken Kulisse, verzehren ihr Picknick und düsen wieder ab…