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Ubud (Insel Bali) 🇮🇩
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Tempel sind auch allgegenwärtig auf der Insel Bali, der nächsten Station unserer Reise, jedoch keineswegs als antike Sehenswürdigkeiten sondern als Stätten alltäglich gelebter und praktizierter Religion. Rund 20’000 Tempel soll es auf Bali insgesamt geben, wobei in dieser dieser Zahl die hier üblichen Familientempel noch nicht enthalten sind. Als einzige Region im sonst überwiegend islamischen Indonesien ist auf Bali die Bevölkerungsmehrheit hinduistisch. In der hier praktizierten, mit animistischen Anteilen kombinierten Form bestimmt der Hinduismus das tägliche Leben von Geburt über Tod zu Wiedergeburt und vom morgendlichen Opferritual bis zum abendlichen Einschlafen. Die Ansicht, dass die sichtbare materielle Welt stets von einer unsichtbaren, geistigen Welt durchdrungen ist, ist auf Bali allgegenwärtig. Das Leben auf Bali findet im Einklang mit dem Kosmos statt, die Welt liegt zwischen zwei Polen, von denen gute und schlechte Dinge ausgehen können. Auf der einen Seite Berge als Sitz der Götter und auf der anderen Seite das Meer, der Sitz der Dämonen. Möchte man sein Leben unbeschadet überstehen, kommt es darauf an, sich zwischen diesen Polen bestmöglich zu platzieren. Das sieht man schon an den Gebäuden, die immer in der Achse Berg – Meer ausgerichtet. sind. Eine weitere Achse ist Ost – West, also aufsteigende und sinkende Sonne. Bringt man die beiden Achsen mit dem Mittelpunkt des Gurung Agung, dem höchsten und besonders heiligen Vulkan auf Bali, zusammen, so ergibt sich ein Koordinatensystem nach dem sich das ganze Leben auf der Insel räumlich ausrichten lässt. Geopfert wird sowohl den Geistern als auch den Göttern mehrmals täglich. Überall sieht man deshalb kleine Opfergaben, meist Palmblätter mit ein wenig Reis, ein paar Blüten und Räucherstäbchen.


Bali ist mit fast 4 Millionen ausländischen Besuchern pro Jahr der Tourismus-Hotspot Indonesiens. Dem Hippietourismus der 1960er Jahre folgte bald der Massentourismus, der vor allem an den südlichen Küsten der Insel rund um Kuta Beach Fuss fasste. 2002 erschütterte ein islamistisches Attentat auf eine Disco, das fast 200 Todesopfer forderte das Ferienparadies. Dennoch ist Bali ein Sehnsuchtsort für Sinnsuchende, Wellenreitende und Sonnenanbetende gleichermassen geblieben.
Wir sind in Ubud, dem kulturellen Zentrum im Inselinneren in einem wunderschönen Bungalowresort untergekommen. Es ist ein ruhiger und dennoch quirliger Ort mit vielen kleinen Läden, Galerien und Restaurants, einem Affenwald am Ortsrand, und trotz recht vieler Touristen vom Gefühl her weitab des Massentourismus der balinesischen Küste.






