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Hiroshima 🇯🇵
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Um das Kapitel Hiroshima abschliessen zu können, darf ein Thema nicht vergessen gehen: OKONOMIYAKI. Dies ist die hiesige Spezialität, die praktisch an jeder Ecke angeboten wird (und bei der wir nur knapp an einer Überdosis vorbeigeschrammt sind). Es gibt sogar ein sogenanntes „Okonomiyaki-Dorf“ (Okonomimura), was zwar schon nicht gerade ein ganzes Dorf ist, aber zumindest ein ganzes dreistöckiges Gebäude mit insgesamt 25 verschiedenen Okonomiyaki-Restaurants.

Okonomiyaki (お好み焼き) sind eine Art Pfannkuchen, die auf einer heissen Platte (Teppanyaki) zubereitet werden. Hier in Hiroshima übernimmt ein geschultes Team von Spezialisten deren Zubereitung hinter dem Gästetresen und arbeitet quasi in Fliessbandproduktion Hand in Hand.


Der fertige Pfannkuchen wird dann einmal quer über die heisse Teppanyaki-Platte zum Gast hingeschoben, von diesem selbst mit einem kleinen Metallspatel in mundgerechte Stücke zerteilt und verspiesen.

In einem früheren Blog-Beitrag hatte ich auch ein Foto von einem Okonomiyaki-Restaurant gezeigt, wo die Gäste an Tischen mit kleineren Teppanyaki-Platten sitzen und ihren Pfannkuchen selbst zubereiten. Dies ist in Hiroshima deshalb nicht üblich, weil im hiesigen Okonomiyaki-Stil die Zutaten kunstvoll in einzelnen Lagen aufgeschichtet werden, was einiges an Fingerfertigkeit und Übung bedingt.

Zunächst wird ein Löffel Omelettenteig zu einem runden crêpeartigen Fladen ausgestrichen und beidseitig auf der heissen Platte gebacken. Dann kommen Zutaten wie Kohl, gebratene Nudeln, Soyabohnensprossen, Frühlingszwiebeln, Speck und Tempurachips in Schichten darauf, bevor das Ganze zuoberst mit einer dünnen Eieromelette abgeschlossen wird, die dann noch mit einer speziellen, leicht süsslichen Sauce bestrichen und mit Algenflocken bestreut wird. Der Speck kann auf Wunsch auch weggelassen werden, und unzählige andere Zutaten wie Käse, Tintenfisch, Crevetten oder Kimchi etc. können hinzugefügt werden, da der Begriff Okonomiyaki wörtlich „gebraten, so wie du es magst“ bedeutet.

Bei den konkurrierenden Kansai-Okonomiyaki aus Osaka gibt es hingegen keinen Teigfladen und auch keine Nudeln, d.h. die Eier werden einfach mit allen Zutaten in einer Schüssel verrührt, als dickflüssige Masse auf den Teppanyaki gegossen und gebacken. Auch hier kommen zum Schluss Okonomiyakisauce und meist noch Mayonnaise drauf, und auf Wunsch kann man sich hauchdünne getrocknete Thunfischflocken (Katsuoboshi) darüber hobeln lassen, die auf dem heissen Pfannkuchen praktisch schmelzen.


Diese relativ simple Zubereitungsart ist der Grund, weshalb in der Präfektur Kansai und überall östlich davon, Okonomiyaki oft etwas ist, das man zuhause, oder auch als Gast im Restaurant auf einem kleineren Teppanyaki direkt am Tisch selbst herstellt, was vor allem als Happening für Gruppen beliebt ist. Gleichzeitig ist dieses Simple aber auch der Grund, weshalb die Kansai-Okonomiyaki in Hiroshima eher belächelt werden. Denn bei einer solch plumpen Zubereitungsweise könne ja nichts Rechtes dabei rauskommen. Umgekehrt ist es aber ähnlich, denn Leute aus Osaka können kaum verstehen, weshalb man die Herstellung von Okonomiyaki in Hiroshima dermassen kompliziert zelebrieren muss, wenn es am Schluss dann noch nicht mal so gut schmeckt wie die eigene Variante. Es herrscht also ein tüchtiger Konkurrenzkampf zwischen den beiden Regionen, der zwar mit ein wenig Augenzwinkern, aber auch mit sehr viel Überzeugung für die eigene lokale Tradition geführt wird. Hinsichtlich der Frage, ob wir bezüglich Okonomiyaki zum Kansai- oder zum Hiroshima-Team gehören, hat Renato sich für Kansai entscheiden, da er die saftige Eimasse lieber mag als die etwas trockener ausfallende Schichtvariante. Ich selbst bin unentschieden und mag beides gleich gerne, finde aber, dass es zwei so unterschiedliche Speisen sind, dass man sie eigentlich gar nicht gegeneinander aufwiegen kann.


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Nochmals ein witziger Ausflug in Japans Gastronomie. Ob Höhenflüge der exklusiven Kaiseki-Speisefolgen oder herzwärmende Komfort-Küche wie Nudelsuppen oder eben Okonomiyaki, immer fein…
(Ich bin klar Team Hiroshima😉)
Tönt ja sehr lecker und wie scheinbar alles in Japan eine Wissenschaft für sich 👍toll beschrieben danke, hätte vermutlich auch eine Überdosis 🤣🙈