Tot ziens Texel (bis bald Texel)

Texel, de Koog 🇳🇱

Unser letzter Inseltag neigt sich dem Ende zu. Zum Abschluss genossen wir noch einmal das Wasser auf der Strandseite von Texel und das „Keinwasser“ auf einer Velotour entlang der Wattenmeerseite bei Ebbe.

Auch zwischen den beiden Küsten, im Inselinneren, ist Texel vielerorts sehr hübsch. Ausser Den Hoorn habe wir alle Dörfer und auch die „Hauptstadt“ Den Burg besucht.

Unsere kulinarische Enttäuschung, mit der wir aus Rotterdam angereist sind, wurde ebenfalls behoben. Der erste Abend war allerdings noch ziemlich bizarr, als uns in einem (pseudo)italienischen Restaurant empfohlen wurde, den Reibkäse für die Pasta im Supermarkt nebenan kaufen zu gehen, weil sie leider gerade keinen hätten. Irgendwann später am Abend – als wir längst das Dessert vor uns stehen hatten – wurde uns dann doch noch stolz ein Schälchen Parmesan serviert. Danach ging es aber stetig aufwärts. Als nächstes assen wir in einem recht guten indischen Restaurant, zusammen mit einer befreundeten Familie, die wir hier getroffen hatten. Eine weitere Steigerung war das Restaurant und Weinbar Oudeland in De Koog, wo lokale Küche auf raffinierte Art auf den Teller kommt. Da es hier wirklich sehr fein war, gingen wir gleich an zwei Abenden hin. Renato hat unter anderem die Inselspezialität, Texeler Lamm, probiert und war begeistert ob der Zartheit des Fleisches.

Kulinarischer Höhepunkt war aber das Restaurant LvY Indonesia in Den Burg, wo die grossartige Köchin Anneke Pahlevy ein Überraschungsmenu mit 5 Gängen serviert, das alle drei Monate wechselt und auch vegetarisch erhältlich ist. Die Inspiration findet sie in ihrer Kindheit in Jakarta, wo sie sich zusammen mit ihrer Mutter immer wieder auf die Suche nach neuen Zutaten und Zubereitungsarten machte, um Gerichte, welche die beiden in ganz Indonesien entdeckt hatten, nachzukochen. Zu jedem der Gänge erzählte Anneke denn auch kurz etwas zu dessen Herkunft. Die Geschmäcker waren betörend gut, und die Speisen authentisch indonesisch und doch auf eine ganz eigene Weise kreiert.

Morgen gilt es also Abschied zu nehmen von Texel, wo es uns wirklich sehr gut gefallen hat. Die Insel ist genau so vielfältig wie wir es uns erhofft haben. Der Strand bei uns am Paal 20 war so breit und weitläufig, dass er nie überfüllt wirkte, obschon es in der aktuellen Hochsaison natürlich schon sehr viele Touristen hat. Ich war eh meist am Vormittag da zum Schwimmen, wo es nicht viele Leute hat. Texel ist sehr gut per Velo zu erkunden, und schwingt bezüglich der Anzahl und Ausgestaltung der Velowege (fietspaden) sogar für niederländische Verhältnisse oben aus, wo ja Velofahrer sowieso die privilegiertesten Verkehrsteilnehmenden sind. Mieten kann man die Zweiräder an jeder Ecke, und im Angebot sind „normale“ Fahrräder, E-Bikes, Tandems, Lastenvelos und vieles mehr. Allgemein trägt im Velo-Alltag in den Niederlanden praktisch niemand einen Helm, weshalb es auch kaum Mietangebote gibt. Wir haben unsere deshalb gleich selbst mitgebracht.

Für eine Woche haben wir viel von Texel gesehen und einiges unternommen. Die Möglichkeiten reichen aber noch weit darüber hinaus. Es gibt Museen, geführte Exkursionen ins Wattenmeer und in die Naturschutzgebiete, Felder zum selber pflücken von Obst und Beeren, Erlebnisbauernhöfe, alle Arten von Wassersportkursen und vieles mehr. Texel ist sehr hundefreundlich, und die Hundehalter ihrerseits respektieren Gebiete, wo aus Dünen- und Tierschutzpflicht Leinenzwang herrscht. Im Vorfeld unserer Ferien wurden wir einige Male gewarnt, dass es sich bei Texel um eine lärmige Partydestination handelt. Aber obschon wir im touristischsten aller Dörfer (De Koog) logieren, haben wir nichts dergleichen festgestellt. Vielleicht mag in einem oder anderen Beachclub nachts die Hölle los sein, aber in unserem Hotel, das am Dorfrand liegt, herrscht idyllische Ruhe, und auch als wir zum Sonnenuntergang bis ca. 22 Uhr am Strand waren, gabs nirgendwo ein Saufgelage oder so.

Morgen fahren wir für ein paar letzte Ferientage nach Amsterdam, wobei es eigentlich zuerst nach Indonesien ins Hotel Jakarta und dann noch nach Japan ins Hotel Okura geht, damit auch unsere Fernreisesehnsucht noch ein wenig Substitution erhält.

2 thoughts on “Tot ziens Texel (bis bald Texel)

  1. Das freut mich sehr, dass Euch Texel in allen Facetten so gefallen hat. Die schönen und witzigen Fotos wecken Lust, die Insel selbst zu erkunden.

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