Persönlicher Rück- und Überblick

Hamburg 🇩🇪

Kurz vor dem Heimflug wird es nun Zeit für einen Rück- und Überblick über unsere Tage an der Ostsee.

Travemünde…

… für Sonnenanbeter:innen?
Die Ostsee ist nicht die Südsee! Natürlich ist auch hier nicht jeder Sommer gleich, und der Sommer 2021 ist in Europa ja allgemein eher einer zum vergessen, weshalb wir auch nicht mit der Vorstellung an die Ostsee gekommen sind, hier nun täglich 12 Stunden Vitamin D tanken zu können. Tatsächlich aber sind jeweils mehrere Destinationen an den Ostseeküste unter den Spitzenplätzen der sonnenreichsten Orte Deutschlands vertreten. Wir haben das Wetter sehr wechselhaft erlebt; es konnte innerhalb weniger Minuten von regnerisch und grau auf strahlend blau und wieder zurück wechseln, was sehr faszinierend zu erleben war. Ins Reisegepäck gehören neben Sonnenbrille und Sonnenschutz also zu jeder Jahreszeit auch etwas Wind- und Regenfestes.

… für Beachboys and -girls?
Der Strand in Travemünde ist ausserordentlich lang und breit. Dies bietet Platz für die Strandkorbfraktion, Sport und Spiel, FKK-Liebhaber, Hundestrand und auch noch einfach wilden Strand, der nicht kurtaxenpflichtig ist, aber auch nicht gepflegt und von der Wasserrettung überwacht wird. Der Hauptstrand kann an schönen Tagen trotz seiner Grösse überlaufen sein, auf dem gegenüberliegenden Priwallstrand verteilt es sich meist recht gut. Dort gibt es im Gegensatz zum Hauptstrand auch einen bewachsenen Dünenstreifen, was in meiner Vorstellung irgendwie einfach zu einem Ostseestrand gehört. Das Wasser ist nur wenig salzig, da es sich aus salzhaltigem Nordseewasser und Süsswasser aus den zufliessenden Flüssen vermischt. Die Wassertemperatur lag bei ca. 19-20 Grad. Warme Winter mit hoher Wassertemperatur fördern die Fortpflanzung und das Wachstum von Quallen, was aufgrund der Klimaerwärmung zu vermehrtem Vorkommen führt. 2021 ist offenbar ein solches „Quallenjahr“, wobei es während unserem 10-tägigen Aufenthalt nur an einem Tag nicht möglich bzw. ratsam war zu baden. 

… für Ausflügler:innen?
Travemünde bietet viele Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden. Das Brodtener Steilufer und das Naturschutzgebiet auf dem südlichen Priwall zu Fuss oder mit dem Velo, weitere Küstenorte wie Timmendorfer Strand und Scharbeutz mit dem Bus und Lübeck wahlweise mit Schiff, Zug oder Bus. Auch Wismar oder Kiel sind mit dem Zug gut erreichbar. Ist man mit dem Auto unterwegs, bieten sich noch viele Tagesausflugsmöglichkeiten mehr, z.B. an den grossen Plöner See in der Holsteinischen Schweiz oder entlang der Mecklenburger Ostseeküste. Etwas schade ist, dass es direkt von Travemünde aus nicht mehr Möglichkeiten für Schiffsausflüge gibt. Hierfür ist das Angebot in Niendorf oder Timmendorfer Strand deutlich  besser, wodurch man natürlich von Travemünde aus zunächst mit Bus oder Velo dorthin und danach wieder zurück fahren muss. 

… für Sportliche?
Die zuvor erwähnten Wege, Brodtener Steilufer und südliche Priwallrunde, eignen sich nicht nur als Spazierwege oder für Velotouren, sondern sind auch tolle Laufstrecken. Beide haben schattige Passagen im Wald und vor allem Kies- und Forstwege als Untergrund. Bezüglich Wassersport steht in Travemünde vor allem Segeln hoch im Kurs. Windsurfer und Kitesurfer haben wir hingegen keine gesehen, die scheinen ihr Revier anderswo zu haben. 

… für Gourmets?
Wer Fisch mag, ist in Norddeutschland im Vorteil, denn der ist hier ein Grundnahrungsmittel, und die allseits beliebten  Fischbrötchen werden – mit einem Augenzwinkern –  gerne auch mal als Weltkulturerbe bezeichnet. Dies hat mich bewogen, ab und zu eine Ausnahme meiner ansonsten strikt vegetarischen Ernährung zu machen und Fisch zu essen, wie ich dies jeweils auch in Japan tue, da ich sonst das Gefühl habe, einen wichtigen Teil der Kultur eines Landes oder einer Region zu verpassen. Ansonsten bietet Travemünde ausreichend gastronomische Möglichkeiten, wobei sich die Internationalität auf Italien und Griechenland beschränkt. In Lübeck haben wir hingegen auch gut japanisch und vietnamesisch gegessen. 

…für Partylöw:innen?
Travemünde ist vieles aber wirklich keine Partydestination. Uns kam dies entgegen, da wir als Frühaufsteher auch gerne eher beizeiten in den Federn sind. Einem Gute-Nacht-Drink in einer Strandlounge oder auf einer Gartenterrasse sind wir nicht abgeneigt, und das gibt‘s in Travemünde natürlich schon – manchmal auch mit Livemusik. Wer aber gerne bis in die Morgenstunden tanzen und feiern möchte, wird hier vermutlich nicht glücklich.

…für Gesundheitsbewusste?
Die Coronamassnahmen in Deutschland sind etwas strenger als in der Schweiz, der Umgang damit jedoch um einiges entspannter und gleichzeitig disziplinierter. Das COVID-Zertifikat wurden in den Hotels und auch im Innenbereich einiger Restaurants verlangt. Angaben für Contact Tracing waren fast überall (Restaurants, Läden, Schiffe, Museen etc.) erforderlich; das geht aber mit der Luca-App sehr unkompliziert und ist auch mittels Papierformular möglich, wenn man keine App hat oder das nicht möchte. In den zwei Wochen hier haben wir weniger Personen gesehen, welche die Maske schlampig unter der Nase getragen haben als während einer einzigen Zug- oder Busfahrt in der Schweiz! Es wird diszipliniert Abstand gehalten (z.B. in Warteschlangen), und es wird nicht wegen Massnahmen gejammert oder gegen Massnahmen gemeckert. Vielleicht sind unsere Erfahrungen nicht repräsentativ für die allgemeine Situation in Deutschland aber es war auf jeden Fall eine sehr positive und entspannte Urlaubssituation (auch) was Corona betrifft.

…für Weit(er)blickende
Natürlich ist Travemünde nur eine von vielen Feriendestinationen an der Ostsee. Nur schon die Lübecker Bucht bietet viele weitere Orte, die alle ihren eigenen Charakter haben. Nordwestlich davon liegen mit Kiel, Eckernförde, der Schlei und Flensburg Regionen, die durch ihre fjordartigen Meeresarme gekennzeichnet sind. Für viele Ostseeurlauber fängt die „richtige Ostsee“ hingegen östlich von Travemünde überhaupt erst an und meint den Küstenabschnitt und die Inseln, die in Mecklenburg-Vorpommern liegen. Landschaftlich soll dieser Teil der Ostsee besonders schön sein. Sicherlich besuchenswert sind auch Gegenden, die nicht direkt an der Küste liegen, wie z.B. die holsteinische Schweiz oder die mecklenburgische Seenplatte. Und dann ist da natürlich auch noch die Nordsee, die mit ihren extremen Gezeiten und dem Wattenmeer so ganz anders ist als die Ostsee und eine sicherlich sehr einzigartige Faszination ausstrahlt. Hamburg ist der ideale „Hub“, sowohl für Ferien an der Ost- als auch an der Nordsee; und dass es sich lohnt, einen dortigen Zwischenstopp etwas länger ausfallen zu lassen, steht sowieso ausser Frage!

Es gibt also viel zu entdecken, und auch uns hat man hier oben im Norden sicherlich nicht das letzte mal gesehen. Danke fürs Mitlesen und tschüss bis zur nächsten Reise!

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2 thoughts on “Persönlicher Rück- und Überblick

  1. Vielen Dank, sehr informativ und mit tollen Fotos und liebevollen Playmobil Bildern… ich freue mich immer sehr auf deinen Blog und wünsche euch eine gute Heimreise.

  2. Sehr entspanntes und schönes Bild von euch zwei, bin fast ein bisschen neidisch auf euren Trip. steht bei mir ziemlich hoch auf der Ferien-Destinationsliste. Kommt gut zurück. und Dank.

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