|
Asahidake Onsen 🇯🇵
|
Wie schon erwähnt, ist Sapporo nicht wirklich eine „Perle“, doch nach Hokkaido kommt man ja auch nicht wegen den Städten sondern wegen der Natur. So machten wir uns also von Sapporo aus bald auf den Weg nach Asahidake Onsen im Daisetsuzan Nationalpark. „Onsen“ bedeutet in etwa dasselbe, wie bei uns das Wort „Bad“ in Ortsnamen wie Bad Ragaz, nämlich dass es dort Thermalbäder gibt. Durch die vielen vulkanischen Regionen in Japan gibt es entsprechend viele heisse Quellen, welche in einem Onsen in den Badezuber sprudeln, gerne auch in natursteinerne Aussenbäder, „Rotenburo“ genannt. Nackt und geschlechtergetrennt betritt man im Onsen zunächst das Waschabteil, setzt sich auf einen kleinen Holz- oder Plastikschemel und wäscht sich zuerst einmal gründlich und lang. Das eigentliche Baden ist dann eher Entspannung, d.h. ein sitzendes Einweichen in den heissen Quellbädern, so lange man es eben aushält, denn wenn ich heiss schreibe, meine ich wirklich heiss! Unsere Unterkunft in Asahidake Onsen ist eine Jugendherberge und entsprechend einfach eingerichtet, aber der zugehörige kleine (und ausgesprochen heisse…) Rotenburo inmitten saftig grüner Berglandschaft ist einfach einmalig.




Zusammen mit vielen japanischen Touristen sind wir mit der Seilbahn auf den 2291 m hohen Mt. Asahi gefahren, um dort zu wandern. Die offizielle Höhe des Bergs wurde übrigens erst kürzlich von 2290 m um einen Meter nach oben korrigiert, worauf die Höhenangabe natürlich auch in allen aufliegenden Informationsbroschüren fein säuberlich überklebt wurde. Die Bergwanderwege sind akkurat angelegt und rechts und links mit Seilen gesichert, womit wir wieder beim Thema der exzessiv betriebenen japanischen Unfallverhütung wären… Und hier wanderten sie also, die Japaner. Alle auf demselben Pfad, die einen dabei jedoch mit kompletter Bergsteigermontur und Kletterhaken ausgerüstet, die anderen im Anzug und in Halbschuhen. Ab und zu sah man auch eine alte Frau in dezent dunkelblauen Gummistiefeln, oder eine junge Frau in grellbunt gemusterten Gummistiefeln. Doch eines ist ihnen allen gemeinsam, und funktioniert auch ganz genau gleich, wie beim Bergwandern in der Schweiz: Man grüsst sich freundlich, wenn man sich begegnet. Und so wanderten auch wir, permanent „Konichiwa“ grüssend über den Schwefel speienden Mt. Asahi, und ich fühlte mich diesem Land und seinen Menschen plötzlich sehr nah und vertraut.







