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Rotterdam 🇳🇱
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Am 14. Mai 1940 wurde Rotterdam durch deutsche Kriegsflugzeuge bombardiert. Neben vielen Menschenleben hat dieser Angriff auch die gesamte mittelalterliche Altstadt zerstört. Mancherorts wurden die Lücken zwischen den verbleibenden historischen Gebäuden recht pragmatisch mit unattraktiven Betonbauten gefüllt. Stinkende Industrie und eine hohe Kriminalitätsrate trugen zum schlechten Ruf bei, den die Stadt bis vor wenigen Jahren hatte.
Doch schliesslich hat Rotterdam seine Situation als Chance begriffen, Neues zu wagen. Der Status als erste Europäische Kulturhauptstadt im neuen Jahrtausend war 2001 Auftakt zur Revitalisierung der Stadtentwicklung, und innerhalb weniger Jahre entstanden hier spektakuläre Bauten, wie der neue Hauptbahnhof (Centraal Station), die Markthal und mehrere Wolkenkratzer weltberühmter Architekten, wie Renzo Piano, Norman Foster oder Rem Koolhaas, die mindestens so teuer wie hoch sind. Aufgrund dieser Skyline gilt Rotterdam heute als „Manhattan an der Maas“ und zelebriert damit geradezu den Kontrast zu Amsterdam, das stattdessen als „Venedig des Nordens“ bezeichnet wird.
Und nirgendwo in der Stadt ist das Manhattan-Feeling so perfekt, wie auf dem Wilhelminapier im Stadteil Kop van Zuid, der als ehemaliges Rotlichtviertel frĂĽher besonders heruntergekommen war, aber inzwischen zum Zentrum der Stadterneuerung geworden ist.
In Anlehnung an die Yellow Cabs in New York wurden hier gelbe Taxi-Motorboote eingeführt. Doch anders als die Kollegen im fernen Amerika, die im Stossverkehr oft nur dahinschleichen können, geben die Wassertaxifahrer hier so richtig Gas.
An der Spitze des Wilhelminapiers steht unser Hotel New York – ein Backsteinbau  inmitten von Wolkenkratzern aus Stahl und Glas. Im altehrwürdigen Gebäude, in dem früher die Auswanderer nach Amerika abgefertigt wurden, wirkt noch immer der leicht verblichene maritime Charme von damals. Und einem Haus der Seefahrt angemessen, zeigen die Zifferblätter auf einem der beiden Türmchen zwar die Zeit an, auf dem anderen aber wird die Windrichtung durch ein goldenes Schiffchen  auf die Zifferblätter übertragen.
Die Aufwertung von Kop van Zuid wäre nicht möglich gewesen, ohne den Bau der Erasmusbrücke, welche diesen Stadtteil seit 1996 mit Rotterdams Zentrum verbindet und inzwischen selbst zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.  Für die Durchfahrt hoher Schiffe kann die Brücke hochgeklappt werden. Glücklicherweise ist dies selten nötig, da dies für den Strassenverkehr und die Fussgänger jeweils zu langen Wartezeiten führt.
Als „Golden Gate Bridge“ von Rotterdam wird zuweilen die rote Willemsbrug bezeichnet.
An einem Ende der Willemsbrug steht das „Witte Huis“, ein stolzes Gebäude ganz in Weiss, das mit seinen 45 Metern Höhe zur Bauzeit im Jahr 1940 als erster Wolkenkratzer Europas galt. Schon damals war Rotterdam also seiner Zeit architektonisch einen Schritt voraus…
Und die allgegenwärtigen Kräne und Baugerüste zeigen: Das neue Rotterdam ist bei Weitem nicht fertig, sondern wird weiter gebaut und gebaut und gebaut…
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