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Äkäslompolo 🇫🇮
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Der gestrige Tag startete mit einem Mittagessen im Restaurant Otso, was auf Altfinnisch Bär bedeutet. Dorine wagte es mutig, als Spezialität des Hauses einen Bärenburger zu bestellen.
Der verspiesene Bär sollte sie dann allerdings für den Rest des Tages im Magen verfolgen (und Jalscha später sogar noch im Traum). Doch nun mal alles schön der Reihe nach:
Der Grund, weshalb wir den Tag überhaupt erst mit dem Mittagessen starteten, hatte nichts mit einem Bären zu tun, sondern mit einem Fuchs. Der finnische Mythos besagt nämlich, dass Polarlichter durch einen magischen Fuchs verursacht werden, der so schnell über den Schnee rennt, dass seine Pfoten Funken in den Nachthimmel schleudern. „Revontulet“ heissen die Polarlichter am Nachthimmel deshalb hier, was aus dem Alt-Finnischen übersetzt, Fuchsfeuer bedeutet.
Da die grünen Lichter, wie schon in einem früheren Beitrag beschrieben, trotz Prognose-Apps und SMS-Nordlichtalarm doch sehr unberechenbar auftauchen, verbringt man die Nächte hier am Polarkreis meist nur mit einem Fuss im Bett und mit dem anderen startbereit, um jederzeit aus dem Haus rennen zu können. Wirklich erholsam ist das nicht, denn rechnet man noch die Zeit hinzu, die man jeweils braucht, um Thermowäsche, Skihosen, Sturmhaube, Faustandschuhe etc. an- und danach wieder auszuziehen, ist die Zeit die nachts tatsächlich für Schlaf zur Verfügung steht, ziemlich begrenzt… Nach einer solchen Nacht bleibt man deshalb gerne etwas länger liegen und beginnt den Tag durchaus auch mal direkt mit einem Bärenburger um die Mittagszeit.
Nachdem der in Dorines Magen rumorende Bär nicht mal mit Hochprozentigem zu besänftigen war, musste versucht werden, ihn in den Winterschlaf zu versetzen, wofür es logischerweise einiges an Kälte braucht. Selbst im klirrend kalten Lappland gelingt eine solche Schockfrostung nur mit einem Sprung in ein Eisloch im See. Da kam es uns doch sehr gelegen, dass wir genau für diesen Abend eine spezielle Sauna gemietet hatten, die über eine solche Bademöglichkeit im zugefrorenen See verfügt. Während eines solchen Aufenthalts pendelt man für einige Stunden zwischen dem mit Holz geheizten Saunaraum, dem Eisloch und einem gemütlichen Stübli, wo man mitgebrachte Speisen und Getränke geniesst.
Es war wirklich sehr toll und für mich als leidenschaftliche Eisbaderin ein grosses Highlight dieser Ferienwoche.
Und selbst der Bär wurde durch dieses Ritual schliesslich besänftigt, auch wenn er wie erwähnt, einige Stunden später in Jalschas Traum dann nochmals ein Comeback versucht hat….
